Reisen mit Workaway: 11 Gründe, warum du es ausprobieren solltest

Ich bin in den letzten Jahren häufig gereist und habe zur gleichen Zeit gearbeitet. Meine Erfahrungen möchte ich euch nicht vorenthalten, denn sie gehören zu den schönsten Erinnerungen meines Lebens. Hast du schon einmal von Workaway gehört? Kurz gesagt, geht es darum, langsam zu reisen und vor Ort im Gegenzug für eine kostenlose Übernachtung in verschiedenen Projekten mitzuhelfen. In diesem Artikel schreibe ich darüber, wieso Workaway meine liebste Art, zu verreisen ist und warum du es auch probieren solltest.

Reisen und Arbeiten – wie funktioniert es?

Es gibt im Internet verschiedene Plattformen, auf denen kurzzeitige Jobs in allen möglichen Ecken der Welt angeboten werden. Ich kenne Help Exchange, WOOF und Workaway, bin selbst allerdings nur (noch) auf Workaway angemeldet. Das Konzept „reisen und arbeiten“ ist in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter geworden, was sich mittlerweile leider alle Plattformen zunutze machen und Geld für die Anmeldung verlangen. Warum ich das schade finde, kannst du hier nachlesen.

Hier habe ich für dich die wichtigsten Details der einzelnen Plattformen aufgelistet.

Help Exchange (helpx.net)

Auf Helpx findest du Angebote für „volunteer work in exchange for free accommodation and food on farms, backpacker hostels, lodges, horse stables and even sailing boats“. Die Projekte bzw. Einsatzstellen, die die bei Helpx findest, sind hauptsächlich ökologische und nicht-ökologische Bauernhöfe, Homestays, Ranches, Lodges, Bed & Breakfast’s und Backpacker Hostels.

Die Arbeitszeiten, die für die kostenfreie Unterkunft verlangt werden, variieren je nach Einsatzstelle – auf der Website steht von 2 bis 6 Stunden, meist kannst du Genaueres in der Beschreibung des jeweiligen Projekts nachlesen oder am Besten vor Ort absprechen. In einigen Fällen bekommst du für deine Arbeit auch Essen gratis.

Du kannst ohne dich zu registrieren die Kurzbeschreibung der Einsatzstellen einsehen. Um mit dem Gastgeber Kontakt aufzunehmen, musst du dich allerdings anmelden. Für zwei Jahre Mitgliedschaft werden 20 € verlangt.

Workaway (workaway.info)

Workaway ist die bekannteste und größte Plattform, um weltweit einen Arbeitsplatz zu finden. Sie richtet sich an „budget travellers, language learners or culture seekers“ und basiert auf dem gleichen Prinzip wie Helpx: Du arbeitest ein paar Stunden am Tag und bekommst im Austausch dafür einen kostenlosen Schlafplatz und eventuell eine oder mehrere Mahlzeiten pro Tag. Die angebotenen Arbeitsplätze variieren stark. Von Bauernhofen, Hostels und Marketing Organisationen bis zu Familien oder Einzelpersonen, die einen privaten Babysitter oder Sprachlehrer suchen, ist alles dabei.

Die Migliedschaft bei Workaway kostet 29 € pro Jahr. Es ist dir bei Workaway möglich, ein Video zu deinem Profil hinzuzufügen und so deine Chancen auf ein placement zu erhöhen. Außerdem gibt es eine „Meet up“-Funktion, die es dir erlaubt, dich mit anderen Workawayern in der Nähe zu vernezten.

Ich finde Workaway sehr praktisch, um unterwegs eine Einsatzstelle zu suchen: Es gibt eine „Last Minute“-Liste, auf der dir nur die Projekte angezeigt werden, die kurzfristig Hilfe suchen. Mit der Workaway-Handy-App kannst du einfach und schnell die passenden Plätze herausfinden und eine Nachricht schicken.

WWOOF (wwoof.net)

WWOOF steht für „Worldwide Opportunities on Organic Farms“. Es ist ein weltweites Netzwerk von Biobauernhöfen. Dem Selbstverständnis nach ist WWOOF a worldwide movement linking volunteers with organic farmers and growers to promote cultural and educational experiences based on trust and non-monetary exchange, thereby helping to building a sustainable global community.“

Bei WWOOF gibt es keine internationale Mitgliedschaft. Um Einsatzstellen einzusehen und mit den Gastgebern Kontakt aufzunehmen, musst du für jedes einzelne Land eine Mitgliedschaft beantragen. Die Mitgliedschaft besteht ein Jahr und variiert preislich je nach nationaler WWOOF Gruppe. WWOOF Portugal verlangt für ein Jahr Mitgliedschaft 15 €, Australien rund 70 €. Nach zwölf Monaten läuft die Mitgliedschaft automatisch aus.

Das Leben in und mit der Natur steht bei den auf WWOOF angebotenen Projekten im Mittelpunkt. Bist du an Themen wie Permakultur, autarkem Leben und biologischem Landwirtschaften interessiert, ist WWOOF genau das Richtige für dich. Du lernst auf diese Weise Menschen und Projekte kennen, die einen naturverbundenen Lebensstil wertschätzen. Es geht bei WWOOF vor allem darum, ein Netzwerk unter Gleichgesinnten aufzubauen und praktische landwirtschaftliche Erfahrungen zu sammeln.

Neben diesen Plattformen findest du auch über Google Projekte. Das hat den Vorteil, dass du keine Mitgliedschafts-Gebühren zahlen musst. Wenn du es nur einmal ausprobieren möchtest, beim Verreisen zu arbeiten, kann das eine gute Möglichkeit sein. Allerdings wirst du bei Google hauptsächlich bzw. nur Eco Living Projekte finden. Das heißt, Projekte, bei denen es vorrangig um die Gemeinschaft und das Aufbauen einer neuen, alternativen Lebenskultur, meist unter Einbeziehen von Permakultur und Spiritualität, geht. Damit kannst du wunderbare Erfahrungen machen! Allerdings hast du keine Vorab-Garantie dafür, was dich erwartet. Im Gegensatz zu Workaway oder Helpx findest du auf privaten Websites keine verlässlichen Bewertungen von Reisenden. Ich habe von Freunden, die auf diese Weise verreisen, bisher Unterschiedliches gehört. Manche haben eine wunderbare Zeit bei den Projekten. Andere sind in sektenhafte Gruppen geraten, in denen ein Guru vorpredigt, wie die Welt abläuft.

Die Vorteile vom Reisen und Arbeiten

Für mich persönlich ist Workaway definitiv die schönste Art zu verreisen. Dazu muss ich sagen, dass ich Helpx bisher noch nicht ausprobiert habe und WWOOF für mich zu sehr auf landwirtschaftliches Arbeiten fokussiert ist.

Die Gründe, weshalb ich Workaway so toll finde und warum du es auch probieren solltest, habe ich hier aufgelistet.

Du bist Teil eines internationalen Netzwerks.

Als Workawayer bist du nicht einfach nur Tourist, sondern Teil eines Netzwerks, welches es sich zum Ziel gesetzt hat, interkulturellen Austausch und zwischenmenschliche Beziehungen zu fördern. Egal wohin deine Reise geht, mit Workaway wirst du immer einen Anlaufpunkt haben. Du findest Gastgeber und kannst dich mit anderen Workawayern vor Ort vernetzen.

Du lernst sofort gleichgesinnte Reisende kennen.

In den meisten Workaway-Projekten arbeiten mehrere Freiwillige. Das ist ein wunderbarer Vorteil: Du kommst in einem fremden Land an und lernst in deinem Projekt sofort andere, gleichgesinnte Reisende kennen. Klar ist es auch im Hostel einfach, Leute kennen zu lernen – allerdings weißt du bei anderen Workawayern sofort, dass es ihnen genau wie dir darum geht, langsam zu reisen, die Menschen und Kultur vor Ort kennen zu lernen und vom Massentourismus fern zu bleiben.

Du sparst Geld.

Dieser Punkt ist natürlich auch nicht zu vernachlässigen, gerade wenn du für mehrere Monate verreist. Zwar ist die Unterkunft an vielen Orten der Welt, vor allem in Südamerika und Südostasien, sehr günstig. Schon ab 2 € pro Nacht kannst du ein annehmbares Bett im Hostel bekommen. Allerdings sind die Preise stark ortsabhängig und letztendlich kostet dich selbst im günstigsten Hostel ein Monat schon rund 60 €. Da du bei Workaway meist längere Zeit an einem Ort bleibst, sparst du außerdem Reisekosten.

Du lernst Leute kennen, mit denen du normalerweise nie in Kontakt gekommen wärst.

Workaway bringt dich mit interessanten Menschen zusammen! Viele Workawayer und Gastgeber haben eine super spannende Lebensgeschichte. Es ist interessant und lehrreich, zu erfahren, wie andere Menschen zum langsamen Reisen gekommen sind oder wie sie sich ihr eigenes Unternehmen aufgebaut haben und nun als Gastgeber bei Workaway zu finden sind. Über Workaway wirst du viele Menschen kennen lernen, die alternativ denken und „off the path“ leben. Man muss zwar nicht mit jedem Lebensentwurf einverstanden sein, jedoch wird das Reden mit den unterschiedlichsten Menschen auf jeden Fall deinen Horizont erweitern und deine Perspektive auf die Welt verändern.

Du erlebst ein Abenteuer.

Workaway ist immer ein Abenteuer, denn du lässt dich auf eine Sache ein, bevor du genau weißt, was dich erwartet. Die Projektbeschreibung online gibt dir zwar eine Idee deiner bevorstehenden Arbeit, allerdings können dich immer noch Überraschungen erwarten. Du musst offen und flexibel sein, denn du hast dich dazu bereit erklärt, mit fremden Menschen über einen bestimmten Zeitraum hinweg auf engem Raum zusammen zu leben und zu arbeiten. Jeder hat seine Eigenheiten, die vor allem dann sichtbar werden, wenn man viel Zeit miteinander verbringt! Du lernst bei Workaway, eine gewisse Toleranz zu entwickeln, aber auch, Dinge, die dich stören, anzusprechen.

Du lernst neue Tätigkeiten.

Neben dem Spaß und den Menschen geht es bei Workaway ja immer noch auch um die Arbeit. Egal, ob du an der Rezeption in einem Hostel arbeitest oder auf einer ökologischen Farm – du lernst neue Tätigkeitsfelder kennen oder verbesserst deine bereits bestehenden working skills. Besonders schön ist es, anderen etwas beizubringen oder selbst von anderen Menschen etwas zu lernen. Das muss noch nicht einmal direkt mit dem Workaway zu tun haben. Kannst du Armbänder flechten, Yoga unterrichten oder ein Musikinstrument spielen? Dann lass andere davon teilhaben. Oder frag andersherum einen Menschen, ob er dir eine neue Tätigkeit zeigt.

Du lernst Orte kennen, die nicht im Reiseführer stehen.

Die meisten Workaway Projekte sind in touristisch erschlossenen Gebieten. Allerdings kannst du auch Gastgeber finden, die ziemlich abseits vom Trubel leben. Das ist eine besondere und neue Erfahrung. Sollte dein Workaway placement in einer Stadt sein, wirst du bestimmt von den Gastgebern oder anderen Reisenden Geheimtipps für abgelegene Orte bekommen. Ich war zum Beispiel während meinem Workaway in Portugal mit meinem Gastgeber und den anderen Freiwilligen an einem abgelegenen Strand Muscheln sammeln. Das war ein wunderbares Erlebnis, das ich in keinem Reiseführer hätte nachlesen können.

Du kannst deine Sprachkenntnisse verbessern.

Ich finde, es verändert die Art zu reisen enorm, wenn man ein paar Worte der lokalen Sprache spricht. Du wirst ganz anders aufgenommen und nicht wie jeder x-beliebige Tourist behandelt. Die lokale Sprache zu lernen hat für mich auch etwas mit Respekt vor einer fremden Kultur zu tun. Es zeigt, dass du dich mit dem Land, in dem du reist, beschäftigt hast und dich dafür interessierst. Zwar wirst du bei Workaway viel mit internationalen Freiwilligen zu tun haben, je nach Projekt wirst du allerdings auch Möglichkeit dazu haben, deine Sprachkenntnisse zu verbessern.

Du fühlst dich wie zu Hause.

Das ist für mich der schönste Punkt. Du kommst in einem fremden Land an. Weißt nicht, was dich erwartet. Gelangst dann zu deinem Gastgeber, lernst die Menschen und deine Arbeit kennen… und nach ein paar Tagen bist du so routiniert, dass du dich fast wie ein Local fühlst. Dadurch, dass du längere Zeit an einem Ort bleibst, lernst du die Gegebenheiten vor Ort besser kennen und sprichst irgendwann die Obstverkäuferin mit ihrem Vornamen an. Das Gefühl, an einem fremden Ort angekommen zu sein, sich gut auszukennen und „zu Hause“ zu fühlen, ist einfach unbeschreiblich!

Du wirst Teil einer fremden Kultur.

Durch deine Arbeit wirst du viel mit Locals in Kontakt kommen. Die erzählen dir sicher gerne etwas über ihr alltägliches Leben und ihre Kultur. Außerdem wirst du, wenn du lange Zeit an einem Ort bleibst, Dinge wahrnehmen, die dir als Herumreisender nicht aufgefallen wären. Du lernst Leute kennen und wirst zu lokalen Festen mitgenommen. Bei meinem Workaway in Peru wurde ich auf einen 80. Geburtstag eingeladen. Wir haben getanzt, Bier getrunken, gegrillt und Geschichten ausgetauscht – eine wunderbare Erfahrung, die nicht jeder Tourist macht.

Du baust eine besondere Beziehung zu Menschen auf.

Du lässt dich bei Workaway darauf ein, längere Zeit auf engem Raum mit fremden Menschen zusammen zu arbeiten und zu leben. Meiner Erfahrung nach wächst man durch die gemeinsame Arbeit und die ähnlichen Erlebnisse zu einer engen Gruppe zusammen. Ich habe auf Reisen mit anderen Workawayern meist eine sehr gute Verbindung gehabt und stehe mit einigen bis heute in Kontakt. Dadurch baust du dir auch ein internationales Netzwerk von Freunden auf, die sich über einen Besuch freuen. 🙂

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