Selbstliebe und Erleuchtung: Inspirierende Worte von Eckhart Tolle

Im Internet und in Buchläden findet man seit Neuestem eine Menge an Ratgebern, Empfehlungen und Erfahrungsberichten zum Thema Selbstliebe. Selbstliebe kommt mir vor wie ein neuer Trend, der in die Richtung eines spirituellen Bewusstseins geht, sich jedoch auch klar davon abgrenzt. Die Message: Ich nehme mich selbst wahr und schätze mich wert. Ich liebe mich und meinen Körper. 
Der Körper spielt dabei meistens eine wichtige Rolle, ich denke zum Beispiel an Kayla Itsines „body confidence“ Programm für 2017. Ich bin großer Fan von Kayla, denn sie postet auf Instagram regelmäßig Dinge, die sie als normalen Mensch erscheinen lassen, der genau wie jeder andere eine Familie und kleine Problemchen wie nicht das richtige Outfit zu finden hat. Sie postet auch inspirierende Worte.

Kayla Itsines Instagram

Ich habe so etwas nicht weiter hinterfragt, bis ich angefangen habe das sehr empfehlenswerte Buch „The power of now“ von Eckhart Tolle zu lesen. Ein Absatz über Selbstliebe hat mich besonders beeindruckt. Darin schreibt Tolle: „But do you need to have a relationship with yourself at all? Why can’t you just be yourself?….

Der Kerngedanke dahinter ist, dass nicht ein Mangel an Selbstliebe oder gar Selbsthass zu Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben und anderen Problemen führen. Die grundlegende Ursache jeglichen Leidens, aller Probleme ist die Trennung von „Selbst“ und „Ego“. Dabei ist das Ego das, was normalerweise jeder Mensch, der nicht erleuchtet oder auf einem spirituellen Pfad ist, denkt, zu sein. Das, was wir glauben, mache uns aus: Unsere Vergangenheit und die prägenden Erlebnisse, die wir hatten, unsere Kindheit, unsere Eltern, unsere Freunde und Beziehungen, unsere Talente und Vorlieben. Daraus schaffen wir uns mittels unserer Gedanken, dem „Kommunikations-Tool“ unseres denkenden Geistes, eine Identität. Diese Identität ist das Ego.

Das Selbst ist einfacherweise das, was bleibt, wenn das Ego sich auflöst. Das mag erst einmal ein furchteinflößender Gedanke sein. Was bleibt denn noch von mir, wenn alle Erfahrungen, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe, keinen Wert mehr haben, weil sie nur Konstrukte des Egos sind? Die Antwort ist einfach und machtvoll zugleich: Das, was bleibt, ist Jetzt. Präsenz im Jetzt. Präsenz in dir Selbst. Ohne Gedanken, die dazwischen pfuschen und uns etwas einreden wollen.

Eckart Tolle sagt, dass nur, wer es schafft, sich durch komplette, kontinuierliche Präsenz mit dem Ego und dessen surrenden Gedanken und unterbewussten Glaubenssätzen zu desidentifizieren, inneren Frieden erreichen kann. Zugegeben, das zu realisieren scheint ziemlich schwer und unpräzise – und dennoch so leicht. Durch einzig und allein Präsenz im Jetzt.

Nochmal zurück zur Selbstliebe. Wenn wir uns selbst lieben, dann lieben wir normalerweise bestimmte Dinge an uns. Vielleicht lieben wir unseren Körper, unsere Stellung in der Familie oder in Beziehungen, unser Talent zum Malen oder Schreiben oder unseren Job. Genauer betrachtet machen diese Dinge nicht unser Leben, unser SEIN aus – sondern unsere Lebenssituation. Diese Situation ist jedoch nie stabil, sondern ständigen Veränderungen unterworfen: Unser Körper wird älter und unbeweglicher, vielleicht werden wir irgendwann einmal sogar durch Krankheit dazu gezwungen, ihn nicht mehr wie gewohnt nutzen zu können. Beziehungen verändern sich dadurch, dass Menschen sich konstant in Veränderung befinden. Die Beziehungen – ob romantisch oder nicht – die uns heute glücklich machen und erfüllen, können in Monaten oder Jahren auseinander gehen. Auch unsere Talente oder unser Job mögen Veränderungen untergehen oder wir werden eines Tages nicht mehr fähig sein, sie so auszuführen wie wir gerne würden.

Versteht mich an diesem Punkt nicht falsch: Ich versuche nicht zu sagen, dass es so etwas wie erfüllende Tätigkeiten oder Beziehungen nicht gibt. Das, was ich sagen möchte ist, dass das Ego sich daraus lebhaft und gerne eine Identität baut. Das Ego nimmt sich das, was gerade gut läuft oder Spaß macht und identifiziert sich damit. Sollte dann aus irgendeinem Grund Schluss damit sein oder sollten auch noch andere, unerwünschte Eigenschaften des Selbst auftauchen, wird dem Ego sozusagen die Lebensgrundlage entzogen und man gerät aus dem Gleichgewicht.

Wenn man es schafft, sich mehr auf das tatsächliche Selbst als auf das Ego zu konzentrieren und dem Ego nicht die Kontrolle über das Leben zu überlassen, dann und erst und einzig dann kann innerer Frieden erreicht werden. Dann wird es nicht nötig sein, sich selbst zu lieben, denn es gibt keine andere Möglichkeit. Selbstliebe folgt unweigerlich aus der Desidentifikation mit dem Ego und der Rückkehr zum Selbst.

„When you have a relationship with yourself, you have split yourself into two: „I“ and „myself“, subject and object. That mind-created duality is the root cause of all unnecessary complexity, of all problems and conflict in your life. In th state of enlightenment, you are yourself – „you“ and „yourself“ merge into one. You do not judge yourself, you do not feel sorry for yourself, you are not proud of yourself, you do not love yourself, you do not hate yourself, and so on. … When you are enlightenend, there is one relationship that you no longer have: the relationship with yourself. Once you have given that up, all your other relationships will be love relationships.“

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